Triathlon Hückeswagen

(Kommentare: 1)

Nachdem ich fast ein Jahr lang keinen Wettkampf bestritten habe war es nun endlich wieder so weit. Ich entschied mich in Hückeswagen über die Mitteldistanz an den Start zu gehen auch wenn ich wusste, dass ich nicht in allen drei Disziplinen eine Form besitze…

Nach meinem Trainingslager in den Osterferien auf Mallorca plagten mich extreme Hüftprobleme, die jedes Lauftraining unmöglich machten. Leider wollte dieser Schmerz einfach nicht verschwinden, sodass es letztendlich 4 Monate waren, die ich kein Schritt gerannt bin.

Diese Monate waren geprägt mit starker Frustration. Am Anfang gibt man sich zufrieden nur Rad fahren und Schwimmen zu können und gibt in den beiden Disziplinen halt Gas um dann möglichst fit wieder ins Lauftraining einsteigen zu können, aber wenn keine Besserung in Sicht ist fragt mich sich wirklich wofür man sich das Ganze antut. Wofür der Stress, wofür bei miesem Wetter sich mit dem Rad durch den Regen quälen oder im Keller auf der Rolle schwitzen. Hinzu kommt noch das schlechte Gewissen seinen Sponsoren nicht gerecht zu werden, die haben nämlich nicht viel von irgendwelchen Trainingsweltmeistern. Meine Überlegungen mit dem Leistungssport aufzuhören waren echt da, sooft habe ich mich zurück gekämpft und ich wollte irgendwie nicht mehr. Dann ist mir aber bewusst geworden, dass sich jedes Jahr in dem ich mich zurückgekämpft hat extrem gelohnt hat, die tollen Reisen und Wettkämpfe, einfach an seine Grenzen zu gehen und zu zeigen was man drauf hat, das fehlte mir. Also stand eins fest ich will wieder fit werden…

Mir ist aber klar geworden, dass das einfach nicht mit der Brechstange geht, das habe ich die letzten Jahre festgestellt und bin immer wieder verletzt gewesen, also wollte ich mir dieses Mal Zeit nehmen um mich aufzubauen egal welche Rennen ich verpassen würde. Auch nahm ich mir vor meinen Lebensstil und speziell meine Ernährung umzustellen um den Leistungssport standhalten zu können.

Dieser Wille lies mich die 4 Monate überstehen und als ich dann endlich wieder Laufen konnte kam auch richtig der Spaß zurück. 2-3 Wochen vor dem Triathlon in Hückeswagen fühlte sich das Laufen, für den momentanen Fitnesszustand auch ganz ok an, sodass ich einfach starten wollte.

Mein Ziel war ganz klar ich wollte schnell schwimmen und schnell Rad fahren und danach einfach easy zu Ende rennen. Im Laufen konnte und wollte ich nichts erwarten, aber ich hatte einfach Lust zu schauen was das Training in den anderen beiden Disziplinen gebracht hatte.

Maximal nervös ging ich am Samstag für die Hildener AT an den Start, Nach einem Jahr Rennpause ist es schwer einzuschätzen was man sich zumuten kann. Die 2km Schwimmen fühlten sich bis auf die ersten 400m, bei denen ich etwas in Panik geriet, echt gut an. Ich stieg nach 31:36min aus dem Wasser. Mit der Zeit war ich sehr zufrieden und als ich erfuhr, dass es die zweitschnellste Zeit der Damen gewesen ist erst recht. Das Schwimmtraining hatte sich also ausgezahlt und ich habe nun mit Zone 3 auch endlich einen Neoprenanzug gefunden, in dem ich mich richtig wohl fühle.

Das Radfahren machte richtig Laune, ich merkte nur, dass ich meinen Aerolenker erst ein paar Tage vorher an mein geliebtes Ceepo Rad bauen lies, aber meine Beine fühlten sich gut an. Fast die kompletten 74km konnte man auf diesem liegen und das war ich jetzt nun mal gar nicht gewöhntJ Also nächsten Jahr macht es wohl echt Sinn mit einem Zeitfahrrad dort zu starten, bis auf zwei Rampen ist die Strecke echt gut zu fahren.

Nun gings ans Laufen und ich hatte riesige Angst wie sich das nun jetzt anfühlen mag, aber es fühlte sich super an, ich hatte richtig gute Beine. Der Laufschritt fühlte sich locker an und das machte mich glücklich egal wie schnell dieser Schritt auch ist (ich lief ohne Uhr). Nach 10km fühlte sich immer alles noch perfekt an und ich überlegte das Tempo zu erhöhen beließ es aber dabei, ich wollte ja nichts riskieren. Ab Kilometer 17 merkte ich dann meine Waden, aber dann waren es auch nurnoch 3km ins Ziel und das schafft man dann auch noch.

Nach dem Rennen war ich überglücklich, weil ich einfach in allen drei Disziplinen ein gutes Gefühl hatte, der Lauf war bei einer Mitteldistanz bisher vom Gefühl der lockerste gewesen und ich habe es genossen einfach schmerzfrei racen zu können, da war es für mich Nebensache, dass ich die Mitteldistanz gewinnen konnte.

Jedenfalls ist es eine super Veranstaltung, gut organisiert, schöne Strecken und prima Zuschauer :).

Zwei Tage nach dem Rennen merke ich meine Waden ganz schön, aber man sagt ja auch immer der zweite Tag nach einem Rennen sei der schlimmste, also geht es ab morgen bergauf und ich kann wieder locker die Beinchen beanspruchen.

Ich danke einfach allen die mich auch in Krisenzeiten unterstützen, zu mir halten und mir gut zureden.

Danke den Stadtwerken Hilden, Ceepo, Autohaus Gierten, Campana Radsport, Zone3, Sportmühle Hilden, Go3 Bewegungsexperten, Coach, Family & Friends

 

Eure Franzi

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Kommentar von Tim Weiskat |

Ich freu' mich tierisch mit Dir! Glückwunsch zum Sieg - und vor allem zum Durchhalten vorher! Falls Du Dein "easy"-Tempo nicht mehr brauchen solltest, ich nehm's ;-)